Mit Stirnlampen, Rucksäcken und Trail-Stöcken bewaffnet starten wir am Freitagabend um 21.00 Uhr in L’Etivaz. Aus diesem Ort in den Waadtländer Alpen stammt übrigens der klassische Almkäse L’Etivaz, welcher als erster Käse der Schweiz die Qualitätsbezeichnung AOC bekam. Ich kenne mich in dieser Gegend überhaupt nicht aus und deshalb habe ich mir im Vorfeld die ganze Strecke mit Bildern visualisiert (siehe Fotos). Wenn ich dann unterwegs diese "Eyecatcher" entdecke, habe ich plötzlich das Gefühl, dass ich schon einmal hier war. Natürlich gibt es in meinem Kopf auch schon ein Bild von mir beim Zieleinlauf. Das hilft mir dabei, meinen Verstand immer und immer wieder zu überlisten…

Mit drei Haupt-Aspekten lässt sich dieser Lauf zusammenfassend darstellen:

Aspekt 1: Nebel
Hoch im alpinen Gelände werden wir plötzlich von herannahendem und stockdichtem Nebel überrascht. Keine Chance mehr die mit Reflektoren bestückten Wegmarkierungen zu erspähen. Die Organisatoren reagieren sofort, trommeln uns zusammen und führen uns zum letzten Verpflegungsposten zurück. Mit abgeänderter Streckenführung geht’s weiter.


Aspekt 2: Zu zweit läuft es sich besser
Von hinten nähert sich ein anderer Läufer und gesellt sich zu mir. In der Dunkelheit kann ich sein Gesicht nicht erkennen – für mich momentan auch nicht wichtig. Das Terrain ist technisch sehr anspruchsvoll und so werden wir immer wieder zum raschen Gehen gezwungen. Die restlichen 50 km, über eine Dauer von ca. 8 Stunden, sind wir anschliessend im Tandem gelaufen, immer abwechselnd hat einer von uns die Führung übernommen. Beim Verabschieden im Ziel haben wir dann gemerkt, dass wir unsere Namen gar nicht kennen. Zwischen uns beiden hat es einfach gepasst, es war für mich das erste Mal, wo ich über einen längeren Zeitraum mit jemandem unterwegs war. Extrembelastungen schweissen zusammen. Es war eine tolle Erfahrung. Merci Oliver!

Aspekt 3: Zieleinlauf
Schwer in Worte zu fassen - muss man einfach einmal selber erlebt haben!

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